Das PR-Interview

Interview Nr. 43: Wer Social Media richtig bedient, wird die bessere Reputation haben

"Das PR-Interview" wird realisiert von k1 gesellschaft für kommunikation

Interview mit Ernst Primosch zu seinem Wechsel von der Industrie auf die Agenturseite und den zukünftigen Herausforderungen an die PR.

PR-Journal: Nach vielen Jahren in der Industrie sind Sie jetzt auf die Agenturseite gewechselt. Wie würden Sie den Wechsel nach den ersten 100 Tagen bewerten?

primosch-ernstErnst Primosch: Nach spannenden Jahren in der Industrie habe ich das Agenturgeschäft bewusst als neue Herausforderung gewählt, denn es wurde mir schon in meiner Zeit als Auftraggeber klar, dass es auf Agenturseite nur wenige mit einem ähnlichen globalen Erfahrungsschatz gibt. Heute sehe ich, dass der Bedarf nach Beratern, die die Industrie und ihre Mechanismen in- und auswendig kennen, noch deutlich größer ist, als ich dies erwartet hatte. Zusammengefasst: Es ist eine tolle Erfahrung, die unterschiedlichsten Unternehmen zu beraten und zu sehen, dass selbst die Guten in der deutschen Wirtschaft durch professionelle Kommunikation und Markenführung noch besser werden.

PR-Journal: Viele Agenturen suchen sich Partner im Ausland, um internationale Kunden besser betreuen zu können. Welchen Mehrwert können internationale Agenturnetzwerke heute noch bieten?

Ernst Primosch: Wenn internationale Agenturen wie Hill & Knowlton im Netzwerk gut zusammen arbeiten, dann bringt das Kunden eine Effizienz und Effektivität bei der Erreichung ihrer kommunikativen Ziele, die keine andere Konstellation sonst bieten kann. Damit bekommen sie nicht nur einen Mehrwert, sondern auch schon kurzfristig einen klaren Wettbewerbsvorteil. Gute Agenturnetzwerke machen ihre Kunden schneller als ihre Konkurrenz.

PR-Journal: Welche Herausforderungen stellen sich der PR in Zukunft, insbesondere in Hinblick auf die wachsende Bedeutung von Social Media?

Ernst Primosch: Die mit Abstand größte Herausforderung wird sein, die Kommunikationshoheit für Unternehmen zu erhalten und sie gleichzeitig kommunikativ und über Social Media mit ihrer Umwelt stärker zu vernetzen. Parallel dazu werden Top-Führungskräfte in Zukunft deutlich anders positioniert werden müssen, um nicht mehr so leicht angreifbar zu werden, wie dies heute der Fall ist. Denn eines ist klar: Wer Social Media richtig bedient, wird die bessere Reputation haben.

PR-Journal: Was bedeutet das für das Portfolio von Agenturen? Wie müssen sie zukünftig aufgestellt sein, um am Markt erfolgreich zu sein?

Ernst Primosch: Agenturen brauchen erstklassige Mitarbeiter – und zwar in allen Bereichen. Mitarbeiter, die Qualität liefern sowie Professionalität und Leidenschaft verbinden. Und die Social Media nicht nur beherrschen, sondern auch leben. Nach diesen Prinzipien ist Hill & Knowlton ausgerichtet und geführt. Auch durch mich.

Ernst Primosch ist seit 1. Juli 2010 CEO von Hill & Knowlton Deutschland, Frankfurt (www.hillandknowlton.de). Vorher war er Global Corporate Vice President der Henkel Gruppe in Düsseldorf.

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