Rainer Maassen

Wie finden PR-Schaffende für ihre Botschaften die richtigen Ansprechpartner? Wie sind die Multiplikatoren in den Medien aufzuspüren, die sich wirklich für die Themen interessieren? Wie kann das DSGVO-konform geschehen? Hilfestellung bei der Beantwortung dieser Fragen will der PR-Dienstleister myconvento mit pressbasePLUS geben. Mit Big Data und Künstlicher Intelligenz will myconvento bei der Optimierung von Fach- und Presseverteilern helfen. Wie das konkret geht und wie pressebasePLUS in Bälde konkret eingesetzt werden kann, hat myconvento-Geschäftsführer Rainer Maassen im Gespräch mit der „PR-Journal“-Redaktion erläutert.

PR-Journal: Herr Maassen, PR-Schaffende möchten mit Ihren Nachrichten wahrgenommen werden. Auf der anderen Seite möchten Journalisten jedoch nur die Meldungen, die sie wirklich interessieren. Heute führt der Versuch, die gegensätzlichen Ansprüche zu erfüllen oft zu Frust auf beiden Seiten. Wie wollen Sie mehr Effektivität auf diesem Feld erreichen?
Rainer Maassen: Wenn man die Beiträge der Journalisten systematisch analysiert, kann man ihre Interessen und Themengebiete ermitteln und sogar Vermutungen anstellen, woran sie gerade arbeiten und worüber sie recherchieren.
Mit der gleichen Technik kann man Pressemitteilungen analysieren: Worum geht’s da? Was ist das Thema? Wenn beides da ist, kann man Angebot und Nachfrage verbinden – also die Journalisten finden, die sich für die Pressemitteilung vermutlich interessieren.

Myconvento Logo 2019PR-Journal: Sie wollen also künftig verstärkt auf Big Data und Künstliche Intelligenz setzen. Doch wie soll das genau gehen, wie sieht Ihre Lösung aus?
Maassen: Wir werten in Echtzeit die Artikel aus, die in den deutschsprachigen Online Medien erscheinen. Das sind pro Tag etwa 130.000. Das System muss dann auch die Texte sehr gut verstehen und interpretieren. Das funktioniert auf Neudeutsch mit „Machine-Learning“, das heißt, wir schauen uns immer wieder an, wie der Computer einen Text interpretiert hat, und korrigieren seine Fehler. In der Folge lernt er selbständig. Auf diese Weise sind wir jetzt bei einer Erkennungsquote von etwa 90 Prozent angekommen. Das reicht für ein verlässliches System.

PR-Journal: Ist das nicht noch reine Zukunftsmusik? Ist es nicht so, dass die konkrete Denkarbeit von PR-Professionals hier weiterhin gebraucht wird? Sie bemerken, dass wir skeptisch sind!
Maassen: PR-Professionals und ihr „Bauchgefühl“ werden weiterhin gebraucht. Aber erstmals bekommen sie ein leistungsstarkes Hilfsmittel an die Hand, mit dem sie sich bei der Ansprache von Journalisten auf detaillierte Fakten stützen können. Und das ist dann nicht nur die Redaktionsbezeichnung.

PR-Journal: Gut, nehmen wir mal an, dass das lernende System immer besser wird und die menschliche Zuarbeit weniger werden wird. Aber kann das System von sich aus die recht komplexen Vorschriften der DSGVO einhalten oder braucht es da nicht doch wieder menschliches Expertenwissen?
Maassen: Wir gehen davon aus, dass ein berechtigtes Interesse der PR-Schaffenden besteht, Journalisten mit ihren Meldungen zu versorgen. Im Umkehrschluss haben Journalisten ja auch ein Interesse an den Meldungen, die für sie relevant sind. Wir steigern hier die Qualität und bieten allen einen Mehrwert. Und das ist dann auch nach unserer Meinung gedeckt durch die DSGVO, denn nach Artikel 6 ist das berechtigte Interesse einer der Gründe, warum man personenbezogene Daten speichern darf. Dazu kommt noch, dass es sich ausschließlich um öffentliche Daten oder in der Mediendatenbank verifizierte Daten handelt. Wichtig ist, dass Pressemitteilungen versendet werden und kein Werbespam.

PR-Journal: Also, wir nehmen mit, dass der menschliche Faktor nicht gänzlich überflüssig wird, aber weiter abnehmen wird. Dennoch wird Ihr System ja – Ihren Worten zu Folge – sehr bald die Serienreife erreicht haben. Wann wird das der Fall sein?
Maassen: Im ersten Quartal des kommenden Jahres.

PR-Journal: Herr Maassen, vielen Dank für Ihre Antworten.


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