Das Logo der Initiative. (Abbildung: Faktenkontor)

Die Faktenkontor-Gruppe hat angesichts der aktuellen Entwicklungen in Deutschland die Initiative „KI gegen Rechts“ gegründet. Die Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, die zunehmende rechtsradikale Kommunikation insbesondere in sozialen Netzwerken transparent zu machen und aufzuzeigen, wie Kommunikation gezielt zur Radikalisierung genutzt wird.

Dabei geht es darum, handelnde Akteure und ihre Vernetzung untereinander zu identifizieren und aufzudecken. Außerdem ist angedacht, rechtsradikale Kommunikation in Blockchains zu speichern, damit sie später in der politischen Debatte und in der juristischen Bewertung genutzt werden kann.

Faktenkontor-Geschäftsführer Jörg Forthmann: „Die Faktenkontor-Gruppe bringt mit ihrer langjährigen KI-Kompetenz viel Erfahrung in die Initiative ein, aber für uns allein ist dieses Projekt viel zu groß. Deshalb suchen wir Mitstreiter.“ Gesucht sind

  • Unternehmen, die diese Initiative fördern,
  • verantwortungsvolle Führungskräfte aus der Wirtschaft, die ihre Netzwerke für diese Initiative nutzen, und
  • Wissenschaftler und KI-Experten, die dieses anspruchsvolle Projekt „KI gegen Rechts“ wahrmachen.

Hintergrund dieser Initiative sind in den USA bereits erfolgreich umgesetzte Kommunikationskampagnen, die Steve Bannon – ehemaliger Chef von Breitbart News und Chefstratege von Donald Trump –sehr treffend beschreibt: „The real opposition is the media. And the way to deal with them is to flood the zone with shit.” Übersetzt und feiner ausgedrückt heißt das: Überflute die Menschen mit allem möglichen Unsinn, mit absurden Informationen, die Fakten verdrehen und hetzerisch sind.

Das hat nach Ansicht der Initiatoren von „KI gegen Rechts“ gravierende Folgen. Das Problem vieler Menschen ist demnach nicht unbedingt die Verleugnung der Wahrheit an sich. Es ist eher eine wachsende Müdigkeit über den Prozess der Wahrheitsfindung überhaupt. Und diese Müdigkeit führt dazu, dass immer mehr Menschen die Vorstellung aufgeben, dass die Wahrheit erkannt werden kann.

Die Presse sollte idealerweise Fakten von Fiktion trennen und der Öffentlichkeit die Informationen geben, die sie braucht, um aufgeklärte politische Entscheidungen zu treffen. Wenn man diesen Prozess kurzschließt, indem man die Öffentlichkeit mit Fehlinformationen sättigt und die Fähigkeit der Medien zur Vermittlung überfordert, dann kann man den demokratischen Prozess stören.

Forthmann: „Wir haben es mit einer neuen Form der Propaganda zu tun, die vor dem digitalen Zeitalter nicht wirklich möglich war. Desorientierte Menschen sind nicht mehr durch demokratische Prozesse – insbesondere Wahlen – zu erreichen oder suchen sich (populistische) Leitfiguren, an denen sie sich ausrichten. Beides ist Steve Bannon recht gewesen. Rechtsextreme und Rechtspopulisten in Deutschland kopieren diese Strategie. Die Initiative „KI gegen Rechts“ möchte das mit Hilfe von künstlicher Intelligenz transparent machen – damit Demokraten eine Chance haben, sich gegen diese Manipulation zu wehren.“


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