Die Telekom bleibt laut NetFed unangefochten auf Platz 1 des Rankings der besten Unternehmenswebsites. (Quelle: Corp. Benchmark von NetFed)

Eine neue Untersuchung der Kölner NetFederation GmbH (NetFed), einer Unternehmensberatung und Agentur für digitale Kommunikation, fördert die Stärken und Schwächen sowie die aktuellen Entwicklungen und Trends in der digitalen Unternehmenskommunikation 2023 zu tage. Die Kurzdiagnose: Bei Erlebbarkeit und Zielgruppenansprache konnten sich die meisten Unternehmen weiterentwickeln. Zu kurz kommen dagegen andere Aspekte.

Es sind die unterschiedlichen Content-Formate, die Unternehmen auf ihren Websites so lebendig und nahbar machen. Der Geschäftsführer von NetFed, Christian Berens, sieht hier einen deutlich positiven Shift bei den Online-Präsenzen der Unternehmen: „Unternehmen werden durchweg zugänglich, greifbar und erlebbar.“ NetFeds Corporate Benchmark, zeigt im Mehrjahresvergleich, dass nach der Optimierung der Nachhaltigkeits- und Karriereseiten in 2021 und 2022 im vergangenen Jahr der Schwerpunkt auf den Pressebereichen und Mediacentern lag. Eine positive Veränderung zeichnet sich auch bei der Zielgruppenansprache ab. „Vor allem auf den Nachhaltigkeits- und Karriereseiten stellen wir fest, dass die unterschiedlichen Zielgruppen viel präziser mittels unterschiedlich aufbereiteter Inhalte angesprochen werden“, so Berens weiter.

Gesellschaftspolitische Verantwortung

Konzerne zeigen zwar auf der einen Seite mehr Gesicht und auch mehr Haltung, zum Beispiel beim Strategiethema Nachhaltigkeit oder beim Trend-Thema Vielfalt, allerdings ergab die Analyse für 2023, dass sie sich seit zwei Jahren immer seltener zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen äußern und Stellung beziehen. Vor dem Hintergrund drängender gesellschaftlicher Probleme, zum Beispiel in den Bereichen Demokratie, Bildung, Solidarität und Gemeinsinn, ist diese Entwicklung bedenklich.

Das scheint sich aktuell zu ändern, wie die klaren Stellungnahmen vieler CEOs gegen Rechtsradikalismus zeigen. Doch diese jüngste Entwicklung aus dem Januar und Februar 2024 ist durch den aktuellen Corporate Benchmark von NetFed noch nicht erfasst. Aktuell sieht es so aus, als hätten gerade große Unternehmen die Chance erkannt, hier einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft geltend machen und gleichzeitig ihr Image stärken zu können.

Digitalisierung, KI und Dialog

Fast alle Unternehmen haben Digitalisierung inzwischen zum Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie gemacht. Auch die Themen Digitalethik und Umgang mit KI treten deutlich stärker in den Fokus. Dass sich die Anzahl der Corporate Websites mit KI-Leitlinien gegenüber dem Vorjahr vervierfacht hat, zeigt deutlich, wie sehr Künstliche Intelligenz in den Unternehmen und in der Kommunikation an Relevanz gewonnen hat. Über den praktischen Einsatz von KI im Unternehmenskontext wird hingegen wenig gesprochen.

Rückzug aus dem direkten Kontakt

Die Studie von NetFed zeigt zudem, dass Service-Aspekte und Kontaktmöglichkeiten runtergefahren werden. Den direkten Kontakt zu knüpfen, wird Usern schwerer gemacht als zuvor. Dies ist aber nicht etwa dem Aufstieg von KI geschuldet. Chatbots kommen bislang nur auf Karriereseiten zunehmend zum Einsatz. Bislang sind übrigens die wenigsten Websites barrierefrei. Vor dem Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) in 2025 sieht Berens hier Handlungsbedarf: „2024 sehen wir als das Jahr der digitalen Barrierefreiheit, denn jetzt können Unternehmen die Chance nutzen, digital zugänglich zu werden und von weiteren Vorteilen zu profitieren.“ Durch digitale Barrierefreiheit würde zum Beispiel auch der ökologische Fußabdruck der Websites kleiner werden, der bei einem Großteil der Corporate Websites noch zu groß ist.

Ranking: Deutsche Telekom zum vierten Mal auf Platz 1

Die Deutsche Telekom sichert sich mit 809 Punkten wiederum den ersten Platz. Die REWE Group steigt auf von Platz 4 auf Platz 2. Die Robert Bosch GmbH verbessert sich um zwei Plätze und rangiert nun auf dem dritten Platz. Mercedes-Benz steigt rasant auf von Platz 15 auf Platz 4. BASF steigt vom zweiten auf den fünften Platz ab.

Der Corporate Benchmark beleuchtet jährlich die wichtigsten Trends und Best Practices auf den Corporate Websites. Die Studie bietet eine umfassende Analyse der aktuellen digitalen Unternehmenskommunikation in Deutschland. Sie identifiziert die Platzierung und Entwicklung aktueller Trendthemen. Sie betrachtet die inhaltliche und technische Veränderung der einzelnen Fachbereiche, deren Kooperation und die Gesamtentwicklung der Corporate Websites im Mehrjahresvergleich. Sie untersucht, ob grundlegende Unternehmensinformationen, -strategien und -werte klar dargelegt werden. Der Benchmark misst die Nutzung von Service-Features, Dialogtools und Kommunikationskanälen und bietet so die perfekte Grundlage für Optimierungen und neue Kommunikationsziele. Grundlage für den Corporate Benchmark ist ein Screening der Online-Präsenzen von 50 großen deutschen Unternehmen.

Weitere Informationen über den Corporate Benchmark sind hier auf der NetFed-Website zu finden.


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