GPRA im Dialog Q4U: Kommunikation mit Herzblut und Strategie

Q4U besuchen wir mitten im beliebten Musikerviertel in Bonn. Empfangen wurden Patricia Lachnitt und Laura Roller in einem traditionellen Altbau, in dem das moderne Büro liegt. Die beiden Studentinnen der Universität Münster, Mitglieder der PR-Initiative campus relations e.V., sind angereist, um sich ein Bild von der Q4U zu machen. Im Interview mit Geschäftsführerin Janine Lindenau wurde den Reporterinnen ein Einblick in die Arbeitsschwerpunkte, den Teamspirit und die Möglichkeiten zum Berufseinstieg gewährt. 

Janine Lindenau mit ihren Gästen Patricia Lachnitt (r.) und Laura Roller (l.). (Foto: Laura Roller)

Das Experience Design Studio, 2005 von Thomas Zumtobel gegründet, wird seit 2018 gemeinsam von ihm und Janine Lindenau geführt. Seit 2021 ist Q4U Mitglied im Verband der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland (GPRA). Ihr Schwerpunkt liegt in der strategischen Kommunikationsberatung mit digitalem Fokus. Q4U berät ihre Kunden umfassend, erstellt ganzheitliche Kommunikationskonzepte und bezieht dabei alle Touchpoints mit ein. Egal, ob die Kunden bereits mit einem fertigen Konzept oder mit einer ersten Idee zu ihnen kommen, Q4U hinterfragt alles und entwickelt mit langjähriger Erfahrung und Herzblut die richtige Kommunikationslösung.

Bewusst entscheiden sich Janine Lindenau und Thomas Zumtobel dazu, keinen Fokus auf eine bestimmte Branche ihrer Kunden zu setzen. Ihnen gefalle besonders die Themenvielfalt, durch die sie auch eine „Branchenblindheit“ vermeiden. Die Unternehmensgröße spiele dabei keine Rolle – von kleinen Selbsthilfeorganisationen bis zu Großkonzernen sei alles vertreten. Zudem seien die Kundenbeziehungen langfristig. Wer einmal zur Q4U kommt, bleibe. So habe das Studio eine Vielzahl an Bestandskunden.

„Wir designen Emotionen“

Der Slogan der Q4U lautet: „Wir bauen keine Webseiten. Wir designen Emotionen.“ Janine Lindenau erklärt, dass es nicht nur ihre Aufgabe sei, eine Website zu gestalten, sondern dafür zu sorgen, dass die gesamte Kommunikation positive Emotionen bei den Nutzern auslöst. Das könne der Wunsch zum Kauf, genauso wie das Gefühl einer guten Beratung oder Unterstützung sein. Q4U bearbeite alle Projekte in drei Phasen: „Analyze – Think – Make“. Bei der Analyse betrachten sie die Hintergründe und Umstände – Konkurrenz, Studien, Umfragen und Interviews werden einbezogen. In der „Think”-Phase werde das Kommunikationskonzept geplant, die Kommunikationsmittel werden festgelegt. Die Umsetzungsphase schließe das Projekt ab. Die Beratung ende nicht, denn Kommunikation ist ein kontinuierlicher Prozess.

Ein besonderes Anliegen in ihrer Arbeit sei die Zusammenarbeit mit Selbsthilfeorganisationen. Q4U habe durch die langjährige Betreuung des Dachverbandes aller Selbsthilfeorganisationen in Deutschland, der BAG Selbsthilfe, eine große Expertise für die Bedürfnisse dieser Organisationen und Ihrer Mitglieder sowie das Thema digitale Barrierefreiheit entwickelt. Mittlerweile haben sie ein eigenes Test-Panel von Personen mit unterschiedlichen Handicaps. Selbsthilfeorganisationen haben bei Q4U einen Ausnahmestatus, denn für sie werde eine Full-Service-Beratung angeboten. Um dieses Angebot in der Gesamtheit anbieten zu können, wurde im Sommer 2023 eine eigene, neue Marke gegründet. „Alfa Zulu” biete Kommunikation von A wie Alfa bis Z wie Zulu für Selbsthilfe und andere gemeinnützige Organisationen. Von der rechtlichen Unterstützung bei der Gründung, über die Beantragung von Fördergeldern für Kommunikationsprojekte, die Identity und das Corporate Design bis hin zur eigentlichen Umsetzung der richtigen Kommunikationsstrategie berate und unterstütze Q4U die Organisationen.

„Bei uns zählt die beste Idee“

In der aktuell aus zehn Mitarbeitern bestehenden Agentur werde laut Janine Lindenau ein familiäres Miteinander großgeschrieben. Auch wenn Mitarbeiter über ganz Deutschland verteilt seien, legen sie viel Wert auf regelmäßige persönliche Treffen, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Klassische Hierarchien gebe es bei Q4U nicht, stattdessen gebe es eine demokratische Organisationsweise – „Es zählt die beste Idee, nicht wer sie geäußert hat“, erklärt die Geschäftsführerin. Auch Praktikanten und Werkstudenten werden als vollwertige Mitglieder des Teams angesehen. Die Bezeichnung als Chef mögen Janine und Thomas nicht, sie sehen sich selbst als Teil des Teams. Die Q4U-Mitarbeiter haben die Möglichkeit, ihren Arbeitsalltag flexibel nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Nach den Schilderungen Lindenaus sei der persönliche Austausch zwar sehr geschätzt, dennoch sei Home-Office oder 4-Tage-Woche kein Problem.

„Bitte keine klassische Bewerbung“

Auf die Frage, was ganz grundsätzlich für eine Bewerbung in einer Agentur spricht, antwortet die Geschäftsführerin von Q4U, dass eine größere Themenvielfalt geboten werde und man thematisch nicht auf eine Branche begrenzt sei – in einem Unternehmen dagegen ginge es oft nur um eine Produktgruppe. Zudem schätzt Lindenau vor allem die Arbeitsweise, die sich deutlich von Unternehmen unterscheidet, da man in der Agentur unmittelbar an eigenen Projekten arbeite und nicht zu sehr an Unternehmensstrukturen geknüpft sei.

Für den Berufseinstieg empfehle Lindenau vor allem, sich die Praxis anzuschauen und in möglichst viele Dinge hineinzuschnuppern – nicht jedem gefalle das Agenturleben, das müsse jeder für sich selbst herausfinden. Ein perfektes Studium oder eine Ausbildung für den Agentureinstieg gebe es nicht. Die Aufgaben seien so vielfältig wie die Themen. Voraussetzungen wie Organisationstalent, Verantwortungsbewusstsein und Zeitmanagement seien wichtig, wenn man im Projektmanagement und dem direkten Kundenkontakt stehen möchte. Designer oder Entwickler benötigen ganz andere Skills. Lindenau: „Es ist ein Prozess zu erkennen, wo die eigenen Talente liegen. Wer bei Q4U starten möchte, muss mit Herzblut dabei sein und Spaß an der Sache haben.“ 

Janine Lindenau betont, dass man bei ihr mit einem klassischen Anschreiben und Lebenslauf nicht punkten könne. Eine persönliche oder telefonische Anfrage werde gerne gesehen. Wichtig ist, deutlich zu machen, dass man sich mit der Q4U auseinandergesetzt habe und deutlich machen könne, warum man hierher passt und was man lernen möge. Es werde nicht vorausgesetzt, dass man umfassende Kenntnisse in allen Bereichen hat – viel wichtiger sei, neugierig zu sein, Dinge zu hinterfragen und für das zu brennen, was man tut.

Sponsored Content: Für die Arbeit der Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland (GPRA) sind Nachwuchsförderung und der kontinuierliche Dialog mit Studierenden zur Aufklärung über Karrierewege und das Arbeiten in Agenturen wichtige Ziele. Daher wird in Kooperation mit dem „PR-Journal“ die Serie der Agenturportraits 2023 mit den neuen Mitgliedsagenturen der GPRA fortgesetzt. Die Interviews werden von Studentinnen und Studenten aus dem Fachbereich der Kommunikation und Public Relations geführt. Die Redaktion stellt die Plattform für den Austausch der PR-Nachwuchsinitiativen mit der GPRA. In der aktuellen Folge führten Patricia Lachnitt und Laura Roller von der Münsteraner PR-Initiative campus relations e.V. das Interview.

Seitennavigation