Wikipedia hat Relevanzkriterien für Angehörige verschiedenster Berufsgruppen – nur eben nicht für Unternehmer und Manager. Und doch haben viele Gründer, Vorstände und andere Personen dieser Gruppe einen Artikel. Die Wikipedia-Experten von Aufgesang und Sucomo erklären, welche Maßstäbe zur Anwendung kommen – und für welche Unternehmer und Manager eine realistische Chance auf einen eigenen Artikel besteht.

„Über Relevanzkriterien für Unternehmer und Manager gibt es seit vielen Jahren eine lebhafte Diskussion – ohne dass sich die Community bisher geeinigt hätte“, erklärt Peter Montag, Wikipedia-Experte der PR-Agentur Aufgesang. Da bis heute keine speziellen Kriterien festgeschrieben sind, müssten die allgemeinen Kriterien für lebende Personen zur Anwendung kommen – doch gerade die gäben kaum etwas her: „Welcher Unternehmer ist schon als ‚Gerechter unter den Völkern‘ ausgezeichnet oder wegen seiner Beteiligung an politischen Ereignissen bekannt geworden?“

Die Relevanz ist fast immer im Einzelfall zu prüfen …

Markus Franz, Geschäftsführer der PR-Agentur Sucomo, erläutert, welche Kriterien bei der Beurteilung greifen: „Es besteht eine stille Übereinkunft, dass Vorstandsmitglieder von Konzernen, die den jeweiligen nationalen Aktien-Leitindizes angehören, für die Wikipedia relevant sind. Dies heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass alle anderen Unternehmer keine Relevanz besitzen – wie bei jedem geplanten Artikelgegenstand wäre die Relevanz im Einzelfall zu prüfen. Ein guter Hinweis auf Relevanz ist anhaltende mediale Rezeption. Ideal sind Porträts in führenden Medien. Auch ein hoher Verdienstorden, der soziales oder gesellschaftliches Engagement würdigt, begründet Relevanz.“

Im Zweifelsfall lässt sich über einen Relevanzcheck einfach klären, ob andere Wikipedianer den vorgebrachten Argumenten für einen Artikel folgen. Dabei handelt es sich um eine Art umgekehrte Löschdiskussion, die über die Anlage neuer Seiten entscheidet. „Sollte die Community die Relevanz bestätigen, sollte der Unternehmer aber keinesfalls seine Kommunikations- oder Marketing-Abteilung beauftragen, sofort einen Artikel zu erstellen“, geben Montag und Franz zu bedenken, „denn das könnte den Erfolg des Projektes wegen eines fehlenden ‚neutralen Standpunkts‘ schließlich doch gefährden.“

Rat und Unterstützung zu allen Fragen rund um die Wikipedia bietet ein kostenloser Leitfaden der Hannoveraner Agentur Aufgesang.


Wir haben die Kommentarfunktion wegen zu vieler Spam-Kommentare abgeschaltet. Sie können uns aber trotzdem Ihre Meinung zu diesem Artikel als Leserbrief direkt zusenden. Falls Sie wünschen, dass wir Ihren Leserbrief als Kommentar dem Artikel hinzufügen, vermerken Sie dies bitte in der Mail an uns.
leserbrief@pr-journal.de


Heute NEU im PR-Journal