Zwischen PR und Marketing gibt es am häufigsten dicke Luft – genauso oft übrigens mit der Geschäftsführung, dicht gefolgt von der Rechtsabteilung. Das zeigt der aktuelle na-Trendreport, an dem 230 Kommunikationsprofis teilgenommen haben. Befragte aus Pressestellen sollten die Abteilungen benennen, mit denen es am häufigsten kracht. Am wenigsten Reibungspunkte gibt es demnach mit den Abteilungen Business Development, Compliance, Kundenservice und Produktion.

Am häufigsten kracht es zwischen Unternehmenskommunikation und Marketing. Jeder fünfte Befragte (22 Prozent) führt aufreibende Diskussionen mit der Kreativabteilung. Nicht anders sieht es zwischen Kommunikatoren und der Geschäftsführung aus (22 Prozent). Auch die Rechtsabteilung sorgt häufig für Unmut: Ein Fünftel der Befragten gibt an, oft mit den Juristen des Unternehmens aneinander zu geraten. Das Verhältnis von Kommunikation und IT ist ebenfalls nicht immer harmonisch: 17 Prozent der Kommunikationsprofis haben mit den ITlern die meisten Auseinandersetzungen.

Hier lässt sich übrigens eine leichte Verschiebung im Vergleich zur Erhebung aus dem Jahr 2017 feststellen: Damals gaben noch 12 Prozent an, ein schwieriges Verhältnis zur Rechtsabteilung zu haben. Nicht ganz so deutlich, aber sichtbar hat sich das Verhältnis von Kommunikation zu IT verändert. Hier waren es vor drei Jahren noch 14 Prozent, die mit der Technik Zoff hatten. Ein möglicher Grund dafür könnte die Einführung der Datenschutzgrundverordnung im Mai 2018 sein und die fortschreitende Digitalisierung der Kommunikation in den vergangenen Jahren, was an der einen oder anderen Stelle für Unstimmigkeiten zwischen den genannten Abteilungen sorgt.

Entspannteres Verhältnis zu Vertrieb, Social Media und Produktmanagemen

Ein etwas entspannteres Bild zeigt sich in der Zusammenarbeit von Kommunikation und den Abteilungen Vertrieb, dem Social-Media-Team oder dem Produktmanagement. Jeder Zehnte gab an, mit dem Social-Media-Team regelmäßig aneinander zu geraten (also nur halb so oft wie mit den Marketing-Kollegen), 14 Prozent hatten Reibungen mit dem Vertrieb und nur jeder Vierzehnte (7 Prozent) hatte Schwierigkeiten mit Kolleg*innen aus Finanzen oder Produktmanagement.

Die gute Nachricht: Mit zunehmender Berufserfahrung – und damit einhergehend natürlich auch mit zunehmendem Alter - wird das Verhältnis zwischen Kommunikation und Marketing immer entspannter. Bei den unter 35-Jährigen beklagt sich noch ein knappes Drittel (31 Prozent) über Knatsch, bei den 36 bis 45-Jährigen ist es nur noch ein Viertel (25 Prozent) und bei den 46 bis 55-Jährigen ein Fünftel (19 Prozent). Bei den über 55-Jährigen sind es gerade noch 16 Prozent, die Querelen mit dem Marketing hatten. Vielleicht schauen wir uns alle mal bei den erfahrenen Kolleg*innen etwas ab.

Sehr gut hingegen kommt unsere Zunft mit den Verantwortlichen aus Produktion, Kundenservice und Compliance aus. Nur jede dreißigste befragte Person gibt an, dass sie mit diesen Abteilungen die stärksten Konflikte hat (jeweils 3 Prozent). Und nur ein verschwindendes Prozent der PR-Profis stößt ab und zu mit dem Business Development aneinander.

Mit welchen Abteilungen hat die PR in Ihrem Haus die stärksten Auseinandersetzungen?

22 Prozent: Geschäftsführung
22 Prozent: Marketing
20 Prozent: Recht/Datenschutz
17 Prozent: IT 
14 Prozent: Vertrieb
10 Prozent: Social-Media 
7 Prozent: Produktmanagement 
7 Prozent: Finanzen
5 Prozent: Controlling
3 Prozent: Produktion
3 Prozent: Kundenservice
3 Prozent: Compliance
1 Prozent: Business Development

Quelle: Online-Befragung im Rahmen des Trendreports im Februar 2020 von news aktuell und Faktenkontor, Mehrfachnennungen möglich. Datenbasis: 231 Fach- und Führungskräfte aus Pressestellen. Autorin: Nicola Wohlert, Projektmanagerin Konzernkommunikation dpa/news aktuell.


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