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Der Erfolg von Trang Vu und Oliver Kindermann beim diesjährigen, virtuellen Young Lions Wettbewerb in Cannes: ein Platz auf der Shortlist.

Intensiv war es, aufregend, inspirierend und erfolgreich. So lautete – stark verkürzt am Ende das Fazit von Trang Vu und Oliver Kindermann zu ihrer Teilnahme am diesjährigen Cannes Young Lions Wettbewerb in der Kategorie PR. Die beiden Young Professionals von Serviceplan waren bereits im vergangenen Jahr ausgewählt worden, um die deutsche PR-Szene bei den Cannes Young Lions zu vertreten. Corona-bedingt mussten sie aber nach ihrer Nominierung ein Jahr warten, bis es in diesem Jahr nun doch endlich mit dem Kreativwettbewerb los gehen konnte – wenn auch nur online und nicht live vor Ort. Das „PR-Journal“ hat sie Ende April in einem Interview vorgestellt. Mitte Mai schildern sie ihre Eindrücke vom „Vorbereitungs-Bootcamp“. Jetzt endlich kommt ihr Bericht über die Teilnahme am Wettbewerb, über ihre Erfahrungen, Eindrücke und Emotionen.

Von Trang Vu und Oliver Kindermann, Berlin

Mit der Bekanntgabe der Gewinner am 17. Juni ging für uns als deutsche Young Lions die ereignisreiche Zeit im digitalen Cannes zu Ende. Wir haben alles gegeben, hatten eine Menge Spaß, kratzten haarscharf am Treppchen vorbei und ergatterten letztlich einen Platz in der Shortlist. Die 48 Stunden des Wettbewerbs waren für uns also ein Erfolg.

Der dreitägige Wettbewerb hat bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ja, drei Tage. Diese Tatsache war uns vorher so nicht bewusst. Denn, in den eigentlich vorgegebenen 24 Stunden sind der Live-Präsentationstag sowie die Vorbereitungszeit samt Zeitverschiebung nicht eingerechnet. Natürlich waren wir am Stichtag früh auf und haben unser Lager im Konferenzraum von Serviceplan aufgeschlagen, um bestens vorbereitet auf den Startschuss zu warten – und um bloß nichts zu verpassen.

Der Startschuss – Cannes nach Berlin geholt

Cannes Young Lions fand dieses Jahr digital und daher abgekoppelt vom Cannes Lions Festival zwei Wochen vorher statt. Mit der Kategorie PR startete der diesjährige Wettbewerb. Pfingstmontag um 13:00 Uhr ging’s los. Während alle anderen ihren freien Tag entspannt in der Sonne verbrachten, hieß es für uns: Ab in die Agentur! Wir haben es uns bei Serviceplan im Konferenzraum „gemütlich“ gemacht und so gut es geht Cannes nach Berlin geholt. Der Sekt stand kühl, die Trauben ebenfalls. Zwei Sonnenliegen bekamen ihren Platz. Nur die Palmen fehlten.

Dann startete endlich die Briefing-Session mit allen 25 Teams und dem Kunden One Young World via Zoom. Nachdem sich alle vorgestellt und wir Young Lions uns gegenseitig “Good luck” gewünscht hatten, legte Safoora Biglari los. Die Community-Direktorin der Organisation führte durchs Briefing und beantwortete unsere aufkommenden Fragen.

Die Aufgabe

Cannes Young Lions Aufgabe 2021

Die letzten Jahre kamen die Briefings immer von NGOs wie WWF oder Amnesty International. Dieses Jahr war die Nuss noch etwas schwieriger zu knacken. One Young World stellte uns vor die Herausforderung, zugleich gegen Klimawandel und Altersdiskriminierung zu kämpfen. Heißt: Wie können wir erreichen, dass junge Führungskräfte ungeachtet ihres Alters von Politik und Wirtschaft ernst genommen werden und als Schlüsselfiguren mit am globalen Entscheidungstisch sitzen, wenn es um den Kampf gegen den Klimawandel geht?

Motiviert ging es für uns direkt in die Ideenrunde, in der wir bis zirka 20:00 Uhr die Wände mit Ideen tapeziert haben. Wir sind an unsere Aufgabe aus mehreren Denkrichtungen herangegangen – über komplett unvoreingenommenes freies Brainstorming, Insights, Inspirationsquellen bis hin zum gemeinsamen Schlagabtausch. Mal im Konfi, mal auf der Dachterrasse. Zwischendurch hatten wir ein kleines Drama zu bewältigen: Wir hatten die Schlüsselkarte verloren und uns damit beinahe ausgesperrt. Aber das ist eine ganz andere Geschichte …

Eine Kampagne in 24 Stunden

Eigentlich fühlte es sich wie ein Pitch an. Nur, dass wir 24 Stunden statt ein paar Wochen Zeit dafür hatten. Um die Zeit optimal zu nutzen, hatten wir im Vorfeld einen Zeitplan entwickelt, an den wir uns hielten. Und so hatten wir bis Mitternacht eine Shortlist unserer vier besten Ideen, wovon wir die zwei besten ausgesiebt und fürs Caseboard ausgearbeitet haben. Wir waren von beiden Ideen sehr überzeugt, sodass wir noch eine Weile hin und her diskutiert haben, welche denn die bessere ist. Ein paar Stündchen Schlaf nahm uns die Entscheidung ab. Die dreistündige Pause war letztlich Gold wert. Am nächsten Morgen war für uns die Entscheidung glasklar und je mehr wir über unseren PR-Ansatz nachdachten, desto besser wurde er. Und uns fielen weitere Ideen für das Maßnahmen-Paket ein.

Kurz vor der Deadline ein Schock: Alles war weg

So standen wir um 6:00 Uhr morgens motiviert und mit recht wachem Kopf wieder auf der Agenturmatte, und hauten in die Tastaturen. Jetzt ging es „nur noch“ ums Umsetzen, denn die Idee mit der Strategie und der passenden Umsetzung hatten wir schon grob heruntergeschrieben. Oliver übernahm die Aufgaben des kreativen Texters, Trang die der kreativen Arterin. Eigentlich verlief alles super: Wir haben still nebeneinander vor uns hingearbeitet, waren immer stärker überzeugt von unserer Idee und lagen gut in der Zeit. Bis es zur Einreichung der Unterlagen kam – beim Klick auf „Submit“ wurden wir samt Text von der Website geworfen. Alles war weg. Schock!! Man konnte förmlich unsere Herzen im Raum schlagen hören. 12:59 Uhr. Eine Minute vor Deadline. Mit Schweißtropfen, massig Panik und Weltrekord-verdächtiger Tippgeschwindigkeit kopierten und fügten wir in weniger als 60 Sekunden alles nochmal ein, drückten auf “Submit” und starrten auf den Ladebalken. „JAAA, WIR HABENS GESCHAAAAFFT!!!“. Dieses Mal hat es geklappt – unsere Freude war riesig als das *BING* der Einreichungsbestätigung im E-Mail-Postfach ertönte.

Die Idee präsentieren

Super glücklich gönnten wir uns nun erstmal eine längere Pause. Die Spannung fiel ab und wir waren äußerst zufrieden. Alles hat geklappt – von der Zeitplanung über unser Teamwork hin zur Performance. Wir waren zuversichtlich, dass unsere Idee es in die Shortlist schaffen könnte.

Aber der Wettbewerb war noch nicht vorbei. Nun hatten wir noch bis zum nächsten Mittag am Folgetag Zeit, um unsere Live-Präsentation vor der YL-Jury vorzubereiten.

Alles Nötige in fünf Minuten erzählen

Erneut ging es zurück an den Rechner und wir haben ganz schön viele Stunden damit verbracht, unsere Idee inhaltlich so herunterzubrechen, dass alles Nötige in fünf Minuten erzählt werden kann. Fünf Minuten für Strategie, Umsetzung und Implementierung aller Maßnahmen! Das hat uns bis Mitternacht beschäftigt.

Unsere Startzeit am nächsten Tag war um 11:45 Uhr. Im Block mit Frankreich, Kroatien und Finnland stellten wir vor einer dreiköpfigen Jury unsere PR-Idee vor. Wir hatten uns überlegt, auf der Dachterrasse zu präsentieren, um so den immergleichen weiß-grauen Zoom-Hintergründen die Stirn zu bieten und Abwechslung zu schaffen. Zusätzlich passte die Präsentation im Freien für uns auch gut zum Thema Klimawandel. Während die Sonne ab und an raus kam, bauten wir uns ein halbes Studio auf, setzten uns hin und lauschten neben Vogelgezwitscher den anderen Teams und den Jurorinnen und Juroren. Es hätte schöner nicht sein können. Dann begann unsere Präsentation und die Idylle war mit einem Schnips verschwunden: Die Bahnschienen in der Ferne knirschten, es begann zu nieseln, der Wind wehte nun so stark, dass wir näher ans Mikro rücken mussten und zeitgleich fiel ein Licht um. Im Gedächtnis der Jury blieben wir damit auf alle Fälle :D

Kindermann Oliver Vu Trang Cannes Young Lions PR 06 2021 Dachterrasse

Noch war die Welt auf der Dachterrasse in Ordnung …

Trotz Apokalypse haben wir uns einigermaßen gut fangen und unsere Idee der Jury näherbringen können. Wir durften uns auch die Präsentationen der anderen Länder-Teams anschauen – spannend! Auch die anderen Teams haben mit äußerst kreativen Ideen, cleveren Insights und soliden Strategien aufgewartet. Eine Präsentation ist uns dabei besonders im Gedächtnis geblieben, und offenbar auch der Jury, denn sie hat verdientermaßen Gold gewonnen. Der Award ging an Elle Bellwood und Gigi Rice aus Großbritannien für „Time for Action“.

Unser Fazit

Die 24 Stunden gingen super schnell vorbei. Es war extrem hilfreich, dass wir unseren Workflow zuvor einige Male geprobt hatten, sodass wir die Zeit effizient nutzen konnten. So konnten wir uns „erlauben“, kurz schlafen zu gehen, um am nächsten Morgen halbwegs ausgeruht zu sein. Mit frischem Kopf konnten wir die letzten Baustellen recht schnell lösen. Außerdem haben wir dadurch unseren Tagesrhythmus beibehalten, sodass wir noch fit genug waren, um mit der Vorbereitung der Präsentation weitermachen zu können. Insgesamt war die Teilnahme am Cannes Young Lions Wettbewerb eine sehr intensive, aufregende und inspirierende Erfahrung, die uns beruflich wie auch persönlich in sehr kurzer Zeit sehr weit nach vorne gebracht hat. Und wir dürfen uns jetzt global zu den Top 8 Kreativen in der PR zählen. Das ist doch was!


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